Codex Gigas – Die Teufelsbibel

 

Die Legende besagt, dass ein Mönch eine schwere Sünde begangen hat. Die anderen Mönche wollten ihn als Strafe bei lebendigem Leib einmauern. Damit ihm die Strafe erlassen wird wollte er in einer einzigen Nacht das Wissen der ganzen Welt aufschreiben. Der Mönch erkannte schnell, dass er das Buch niemals alleine fertigbekommt. Verzweifelt rief er den Teufel und wollte mit ihm einen Packt eingehen, die Seele des Mönchs gegen die Fertigstellung des Buches. Der Packt war besiegelt und das Werk bis zum Sonnenaufgang fertig geschrieben. Als Hinweis auf den wahren Autor fügte der Mönch noch ein Bild des Teufels in den Codex Gigas.

Die Wahrheit

Doch was hat es wirklich mit diesem Buch auf sich? Der Codex Gigas besteht aus 310 Pergament und 2 Papierblättern. Insgesamt 160 Kälberhäute mussten dafür getrocknet werden. Es ist 92 cm hoch, 50cm breit, 22cm dick und wiegt fast 75 kg. Es wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert in dem Benediktinerkloster Podlasic in der Tschechei geschrieben. Analysen ergaben, dass das Buch von nur einer Person geschrieben wurde. Diese Person hätte viele Jahre dafür brauchen müssen, doch die Schrift verändert sich nicht auf Grund von Alter oder Krankheit. Dies könnte ein Zeichen sein, dass der Codex Gigas in kurzer Zeit geschrieben wurde.

Aufbewahrung

1245 wurde es in das Kloster von Brevnov, Prag gebracht und 1477 nach Broumov, nahe der polnischen Grenze. In die Kuriositätensammlung von Kaiser Rudolf II kam das Werk ca. 1593. Kaiser Rudolf II interessierte sich für das übernatürliche und beschäftigte Schwarzkünstler, Nekromanten (Totenbeschwörer) und Alchimisten. Rund 50 Jahre später geriet das Buch bei einer Plünderung in die Hände von schwedischen Soldaten. Heute ist die Teufelsbibel in der königlichen Bibliothek in Stockholm.

Inhalt

Es enthält die Bücher des alten und neuen Testaments sowie die Jüdische Geschichte des Flarius Josephus, die Böhmische Chronik des Cosmas von Prag und Isidor von Sevillas Etymologiae (weltliches und geistiges Wissen). Außerdem sind Kalendarische Betrachtungen, Totenlisten verstorbener Mönche und magische Formeln darin enthalten. Auf Seite 290 ist ein etwa 50 cm großes Bild des Teufels zu sehen. Dem Buch wurden aus unbekannten Gründen nachträglich 8 Seiten entfernt.

Mysteriöse Zusammenhänge

Man sagt der Teufelsbibel auch nach, dass sie Unglück bringt. Ihr Entstehungsort und das Kloster in Brenvov wurden später zerstört. Ein Dorf in Prag wurde in den letzten Jahren des Aufenthaltes des Buches überschwemmt, die Menschen litten an Hungersnöten und wurden von Seuchen heimgesucht, 2003 fanden Archäologen ein Massengrab auf dem Mönchsfriedhof in Padlasic. Dort wurden die Skelette von Frauen und Kindern gefunden. Dies ist ein großer Verstoß gegen die benediktinischen Klosterregeln und bis heute ist ungeklärt was es damit auf sich hat.

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