Elisabeth Báthory -Die Blutgräfin

“Wie Venus, von den Händen ihrer Dienerinnen geschmückt, saß sie so vor dem Spiegel: … diese kämmt ihr, so zart sie es vermag, das Haar; jene besprüht sie mit Rosenduft; … In diesem Gewimmel der um die verwöhnte Herrin besorgten Mägde zieht deren eine, unabsichtlich, unglücklicherweise, ein wenig stärker an irgendeiner Haarsträhne und erregt den Ärger Elisabeths, welche auch sofort ohne Zögern dem Mädchen heftigst mit der Faust ins Gesicht schlägt. Und sieh da, das Blut strömt hervor und bespritzt das Gesicht der Herrin. Die Stelle, wo sie sich mit einem Tuch abgewischt hat, o Wunder, schien schöner als zuvor und so strahlend weiß, dass es nahezu wunderbar anmutete. … Elisabeth, die bis zum Wahnsinn auf ihr Äußeres bedacht war, kam angesichts diese Anblicks der Gedanke: Was? Wenn so eine kleine Menge Blut die Schönheit so sehr zu steigern vermag, welche Wirkung wird erst eintreten, wenn ich ganz darin bade?”

Leben

Elisabeth Báthory war die wohl blutrünstigste Gräfin die das Land Ungarn jemals gesehen hatte. Sie wurde 1560 in Nyírbátor in Ungarn geboren und starb am 21. August 1640 auf ihrer Burg, der Burg Čachtice in der heutigen Slowakei. Als sie 9 Jahre alt war, kam es zu einem Bauernaufstand bei dem ihre Schwestern vergewaltigt und getötet wurden. Elisabeth musste das alles mit ansehen. Mit elf Jahren wurde sie mit Franz Nádasdy verlobt, er war fünf Jahre älter als sie. Die Gräfin bekam ihr erstes Kind, ihre Tochter Anna, 1585 im Alter von 25. Zwischen 1586 und 1594 brachte sie noch drei weitere Kinder zur Welt. Die beiden Kinder Ursula und Andreas starben beide, nach ihnen gebar sie Katharina. Im Alter von 38 brachte Báthory 1589 ihren Sohn Paul, den Haupterben des Paares, zur Welt. 1604 starb ihr Ehemann und sie erbte sein ganzes Vermögen. Ihr gehörten Lehen, Güter und Immobilien von Transsylvanien in Rumänien bis nach Österreich, hauptsächlich aber in Nord Ungarn. Elisabeth war nun das Familienoberhaupt, was damals für eine Frau ungewöhnlich war.

Die Verbrechen

Schon früh entdeckte die Gräfin ihre Gier nach Blut. Tat man nicht sofort das was Elisabeth wollte bekam man Prügel oder wurde zu Tode gequält. Zusammen mit ihren Dienerinnen und einen zwergwüchsigen Pagen übte sie ihre sadistischen Fantasien aus. Entweder quälte sie ihre Opfer mit ihren Dienerinnen gemeinsam oder aber diese leisteten anderweitige Dienste, wie z.B. das Heranschaffen neuer Opfer. Wenn Elisabeth auf längere Reisen ging nahm sie immer Mädchen mit um sie während der Fahrt zu schlagen, zu zwicken oder ihnen den Mund mit Nadeln zu zerstechen. Sie schnitt die von Schlägen aufgeschwollene Haut auf und verbrannte diese mit Eisen. Außerdem begoss sie im Winter ihre Opfer mit Wasser und schickte sie solange raus in den Schnee bis sie erfroren. Die Eiserne Jungfrau war auch eine Foltermethode die die Blutgräfin gerne anwandt. Es wurde zwar nicht bewiesen das sie in dem Blut ihrer Opfer gebadet hatte, aber dennoch trank sie es. Nach der Folterung waren alle ihre Opfer Blutleer, weswegen man auch davon sprach, dass Elisabeth ein Vampir sei.

Das Ende

Mit der Zeit wurden Elisabeth und ihre Helfer unvorsichtig und machten Fehler beim Beseitigen der Leichen. So wurden zum Beispiel die leblosen Körper mancher Mädchen nicht tief genug verscharrt und die Hunde gruben diese wieder aus. Nun konnte jeder die Verletzungen sehen, die ihnen angetan wurden. Die Menschen in den Dörfern wussten schon längst was ihre Gräfin den Mädchen antat und versteckten diese daher immer, wenn Elisabeth kam. Niemand unternahm etwas gegen die Gräfin, weil sie Adlig war und es ja nur Bauernmädchen waren die sie umbrachte. Doch das änderte sich und sie fand Gefallen daran, andere adlige zu quälen. Am Abend des 29. Dezember 1610 machte der Palatin Graf Georg Thurzó dem Treiben ein Ende. Es wurden zwischen 1610 und 1612 über 250 Zeugen verhört. Erst am 7. Dezember 1611 wurde die Gräfin zur Lebenslanger Gefangenschafft, auf ihrer Burg Čachtice, verurteilt. Die mitschuldigen Frauen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, vorher zwickte man ihnen aber die Fingerkuppen ab, weil sie mit diesen Christenblut vergossen hatten. Der Zwergwüchsige Ficzkó wurde enthauptet. Die genaue Anzahl der Opfer ist nicht bekannt aber sie liegt zwischen 600 und 670.

Gründe

 Ein Grund könnte der grausame Mord ihrer Schwestern gewesen sein. Man weiß aber auch nicht ob sie eine psychische Störung gehabt hatte, oder vielleicht sogar an Vampirismus erkrankt war. Vampirismus ist eine Krankheit die dazu führt, dass man sich sehr stark zum Blut hingezogen fühlt. Das kann verschiedene Auslöser haben wie zum Beispiel ein traumatisierendes Erlebnis oder Sexuelle Neigung. Die Sexualität der Gräfin könnte auch ein Grund für ihre Taten gewesen sein. Sie holte sich nur Mädchen oder Frauen zum Quälen, obwohl sie genauso gut im Stande gewesen wäre Jungs oder Männer zu sich zu holen. Man nimmt deswegen an, dass sie lesbisch war und ihre Fantasien an den Mädchen ausüben wollte. Man sagt auch, dass sie einen jüngeren Geliebten hatte, dieser sie jedoch für eine jüngere Frau verließ. Dies traf die Gräfin so sehr, dass sie alles dafür tun wollte um ihre Haut straffer aussehen zu lassen. Durch das frische Blut dachte sie, dass sie jünger aussah.

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