Hinterkaifeck – Das Geheimnis des Mordhofs

 

Der Herr gedenket als Bluträcher ihrer.

‚Vergisst nicht das Geschrei der Armen‘

                                                            Psalm 9.13.

 

Dieser Psalm steht auf dem Grabstein der Familie Gabriel- Gruber und ihrer Magd Maria Baumgartner. Alle sechs Personen starben in der Nacht vom 31. März auf den 01. April 1922.

Die Eheleute Andreas und Cäzilia Gruber lebten zusammen mit ihrer Tochter Viktoria Gabriel und den Enkelkindern Cäzilia und Josef auf einem abgelegenen Hof namens Hinterkaifeck in Gröbern, Bayern. Am Tag des Verbrechens zog auch die neue Magd zu ihnen.

Schon Monate vorher merkten die Bewohner, dass etwas nicht stimmte. Sie vermissten einen Haustürschlüssel, das Vorhängeschloss der Motorhütte wurde aufgebrochen und es gab Spuren im Schnee zum Hof, aber nicht wieder weg. Außerdem wurde die Familie des Öfteren von einem Mann aus dem nahe gelegenen Wald beobachtet. Der Hausherr erzählte seinen Freunden und Nachbarn davon, aber die Hilfeangebote der Polizei und Mitbürger schlug er aus. Auf dem Dachboden hörten die Anwohner einige Nächte lang Schritte, doch als sie nachsahen konnten sie niemanden finden.

Die Tat

In der Tatnacht wurden die Opfer, bis auf den Sohn und die Magd, nacheinander in die Scheune gelockt. Dort wurden sie vom Mörder mit einer Reuthaue erschlagen. Die siebenjährige Cäzilia lebte noch mindestens zwei Stunden weiter, nachdem ihr der Schädel eingeschlagen wurde. Anschließend ging der Mörder in das Kinderzimmer des zweijährigen Josef und erschlug ihn und die Magd.

Erst vier Tage später wurde die Tat entdeckt. Der Täter war vermutlich bis zur Entdeckung der Morde im Haus, zusammen mit den Leichen. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen Kaffeeverkäufer, Postboten und ein Monteur vorbei, doch keiner hat etwas von dem Vorfall mitbekommen. Der Monteur Albert Hofner war mehrere Stunden wegen Reparaturarbeiten auf dem Hof. Dieser hörte bei seiner Ankunft den Hund der Grubers im inneren des Hauses bellen. Als er das Grundstück verlassen wollte, bemerkte er, dass der Hund nun vor der verschlossenen Haustüre angebunden war. Dies konnte nur der Täter gewesen sein, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Hausbesitzer bereits tot. Nachdem der Monteur dem Bürgermeister von Wangen, einem nahe gelegenen Ort, von der gespenstischen Leere auf Hinterkaifeck erzählte ging der Nachbar der Hinterkaifecker mit einigen Männern auf den Hof. Dort entdeckten sie die abgedeckten Leiche, denen im Nachhinein die Köpfe von dem Mörder entfernt wurden.

Ermittlungen

Polizisten aus München, Schrobenhausen und der näheren Umgebung beteiligten sich an diesem Fall. Diese fanden heraus, dass der Dachboden mit Stroh ausgelegt war um Schritte zu dämpfen. Dachziegel waren auch so verschoben, dass man das gesamte Grundstück überblicken konnte. Die Beamten verdächtigten insgesamt 105 Personen, doch keinem davon konnte man etwas nachweisen. Erst ein Jahr später, bei dem Abriss des Hauses, wurde die Tatwaffe unter Dielenbrettern entdeckt.

Es gab viele Motive für diesen Mord. Zum einen hatte die Familie viel Geld, zum anderen könnte es auch eine Rachetat gewesen sein. Man nimmt an, dass der Nachbar Lorenz Schlittenbauer der Vater des kleinen Josef war. Doch viele Anwohner sagten, er sei das Kind von Viktoria und ihrem Vater Andreas. Für eine Rache an Viktoria stehen auch Würgemale an ihrem Hals.

Es wurden etliche Bewohner, Tatverdächtige und angebliche Zeugen befragt, doch nichts half den Ermittlern weiter. Die Polizisten ließen sogar ein Medium eine Sitzung mit den abgetrennten Köpfen abhalten, doch auch das half nicht weiter. Die Schädel wurden anschließend in ein Justizgebäude in Augsburg gebracht. Bei einem Bombenangriff im zweiten Weltkrieg wurden diese jedoch zerstört. Die Körper der Opfer liegen nun ohne Köpfe auf einem Friedhof im heutige Waidhofen.

Noch 1986 fanden Vernehmungen statt, trotzdem wurde der Mörder nie gefunden.

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